The aim of teaching is simple: it is to make student learning possible.

Paul Ramsden

Ich verstehe mich als student learning facilitator. Meine Hauptaufgabe als Lehrender ist es, den Studierenden das Lernen zu ermöglichen. Es geht mir nicht darum, ein Fachgebiet in der Vorlesung erschöpfend und in allen dogmatischen Verästelungen darzustellen. Diese dozentenorientierte Informationsvermittlung reduzierte die Studierenden auf die Rolle passiver Wissensempfänger und mich selbst auf die Rolle eines sprechenden Lehrbuches. Nachhaltiges Lernen findet meiner Überzeugung nach in einem lebendigen, interaktiven Dialog mit den Studierenden statt, der von gleichwürdiger Partnerschaft getragen ist und die Studierenden dazu befähigt, aktiv und unabhängig zu lernen.

Mein Ziel ist, die Studierenden bei der Bildung und Entwicklung ihrer gesamten Person zu unterstützen. Mein Idealbild ist dabei das eines Tutors oder Mentors, wie ich es selbst während meiner dreijährigen Tätigkeit in Oxford kennengelernt habe. Ich suche daher aktiv das persönliche Gespräch mit den Studierenden und nehme meine Sprechstunde sehr ernst. Hilfsbereitschaft und Zugänglichkeit sind für mich wichtige Voraussetzungen dafür. Ich will die Studierenden vor allem ermutigen, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Die Stimulierung kritischen und problemlösenden Denkens steht in meinen Lehrveranstaltungen im Vordergrund. Ich bin überzeugt, dass dies auch diejenige Fähigkeit ist, mit der sich meine Studierenden später im Beruf bewähren. Deshalb schalte ich häufig in die Metaebene und reflektiere mit den Studierenden Struktur, Art und Überzeugungskraft juristischer Argumente. Ich trainiere die Studierenden darin, juristische Probleme aus mehreren Perspektiven zu betrachten und verschiedene, auch gegensätzliche Positionen argumentativ umzusetzen.

Dieses Verständnis hat erhebliche Auswirkungen auf die Art, wie ich Lehrveranstaltungen plane, und auf die Auswahl meiner Lehrmethoden. Ich achte bei der Planung meiner Lehrveranstaltungen darauf, dass ich den Umfang des Stoffes weitgehend reduziere. Nur bei dieser Reduktion auf das Wesentliche besteht überhaupt die Chance, auch in großen Vorlesungen aktivierende Lehrmethoden einzusetzen. Ich schaffe mir und den Studierenden zeitliche Freiräume, die es ermöglichen, die Vorlesung zu einem wirklichen Dialog, zum Lernereignis werden zu lassen. Sodann lautet meine Leitfrage bei der Planung von Lehrveranstaltungen: Was sollen die Studierenden tun? Und die Antwort darf nicht lauten: (Nur) zuhören. Ich setze daher auch in großen Vorlesungen wie der Anfängervorlesung Staatsrecht I studierendenzentrierte Lehrmethoden wie Gruppenarbeit, 10 minute papers, vorbereitete Podiumsdiskussionen, Expertenbefragungen, Falllösungen etc. ein.

Ich unterstütze meine Lehrveranstaltungen in der Regel durch Elearning-Portale wie Blackboard und OLAT. Diese dienen als zentrale Kommunikationsform auch abseits der Präsenzlehre; so lese ich zum Beispiel die Foren persönlich, beteilige mich an Diskussionen und stoße diese durch eigene Beiträge in den Foren an. Außerdem biete ich den Studierenden Videoaufnahmen meiner Vorlesungen im Rahmen des Projektes Lecture2Go an, um ihnen die Nachbereitung und Prüfungsvorbereitung zu erleichtern.

Ich sehe es als Aufgabe meiner Lehrveranstaltungen an, den Studierenden Denkanstöße zu geben und sie zum Selbststudium zu motivieren. Dazu gehört, dass ich intellektuelle Begeisterung für mein Fach ausstrahle und weitergebe. Fachkompetenz ist die Basis, aber Enthusiasmus und eine interessante Darstellung sind wichtig, um die Studierenden wirklich zu inspirieren. Dazu gehört auch, dass ich klar sage, welche Bereiche des Stoffes ich aus welchen Gründen ausklammere, und anhand welcher Lernmaterialien die Studierenden diese Bereiche lernen können. Ich fordere meine Studierenden ständig zur Reflektion über Grund und Ziel ihres Studiums heraus. Mir ist wichtig, dass sie die großen Bögen ihres Studiums überblicken und Orientierung abseits des kurzfristigen, prüfungsgeleiteten Lernens gewinnen.

Ich achte auf eine praxisnahe Ausbildung und lade daher regelmäßig Experten aus der Praxis ein, die im Rahmen der Vorlesung Gastvorträge halten. Dies kann z.B. ein Anwalt sein, der über die Praxis des Vergaberechts spricht. Außerdem biete ich den Studierenden Exkursionen an, z.B. zur Handelskammer Hamburg im Rahmen meiner Vorlesung Wirtschaftsverwaltungsrecht. Mir liegt dabei daran, den Studierenden einen Einblick davon zu vermitteln, welche unterschiedlichen Berufswege sie mit ihrem Jurastudium erschließen können. Zu einer praxisnahen Ausbildung gehört für mich auch, dass ich in allen meinen Lehrveranstaltungen Schlüsselqualifikationen wie Rhetorik, Diskussionstechnik, Verhandlungstechnik vermittle. Ich verfolge dabei einen innovativen Ansatz, der die Vermittlung des juristischen Wissens und der Schlüsselqualifikationen integriert. Beides wird sonst künstlich in verschiedene Veranstaltungen aufgeteilt.

Es gehört zu meinem Selbstverständnis als Lehrender, dass ich Feedback und Evaluierungen systematisch selbst einhole und auswerte. Mir ist es wichtig, mein didaktisches Konzept ständig weiterzuentwickeln und zu optimieren. Ich werte dazu laufend aktuelle Literatur der Hochschuldidaktik aus und entwickele meine Kompetenzen im Bereich der Hochschullehre durch Seminare und Workshops ständig weiter.

Schließlich engagiere ich mich auch wissenschaftspolitisch, um die Hochschullehre in Deutschland voranzubringen. Ich möchte mithelfen, die gravierende Reputationsasymmetrie zwischen Forschung und Lehre, in der ich das Haupthindernis guter Lehre an deutschen Universitäten erblicke, zu beseitigen. Dies tue ich unter anderem als Mitglied der Arbeitsgruppe Lehre der Jungen Akademie.