Marktplatz Rechtsphilosophie

Warum gilt Recht? Kann Recht falsch sein? Wer bestimmt, was Recht ist? – Diese Fragen erörterten die Studierenden in der Vorlesung Rechtsphilosophie am 24. Mai 2012. Der Hörsaal verwandelte sich für 90 Minuten in einen „Marktplatz“, der Antwort auf diese Fragen bot. 15 Studierende hatten zu Themen wie dem staatlichen Tötungs- und Folterverbot, dem Umgang mit NS-Kriegsverbrechern und der Bestrafung von ehemaligen DDR-Grenzsoldtaten („Mauerschützen“) ebenso Poster angefertigt wie zu namhaften Rechtsphilosophen (Aristoteles, Sokrates, Immanuel Kant, Gustav Radbruch, Hans Kelsen).

Eine Stunde lang präsentierten sie ihren Kommilitonen die Poster und verwickelten sie in Diskussionen über Recht und Moral. Eine Podiumsdiskussion schloss die Veranstaltung ab. Die Studierenden schilderten ihre Eindrücke und Erkenntnisse, die sie bei der Erarbeitung ihrer Poster zum Thema Recht und Moral gewonnen hatten, und beantworteten Fragen ihrer Kommilitonen aus dem Plenum.

Blended Learning mit OLAT und Lecture2Go

Blended Learning bezeichnet ein Lehr- und Lernkonzept, das auf eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von klassischen Präsenzveranstaltungen und virtuellem E-Learning abzielt. Dieses Konzept hat auch Matthias Klatt im Rahmen der Vorlesung Staatsrecht I verfolgt, indem die Vorlesung sowie die begleitenden Arbeitsgemeinschaften mit den eLearning Bausteinen Lecture2Go und Online Learning and Training (OLAT)verknüpft wurden. Die Lebendigkeit der Foren hing in hohem Maße von der Einbindung des Onlinekurses in die Präsenzveranstaltung ab. Wann immer „Threads“ aus den Foren vom Dozenten aufgegriffen und über einen Beamer in den Hörsaal projiziert wurden, schnellte im Anschluss die Diskussionsaktivität in OLAT in die Höhe. So bestätigte sich, dass ganz im Sinne des Blended Learning-Konzepts der Onlinekurs immer nur Ergänzung zur Präsenzveranstaltung sein kann.

OLAT – Elearning Portal

Der Erfolg von OLAT im Staatsrecht zeigt sich in der überaus positiven Evaluation der Lehrveranstaltung. Über 92 % der Studierenden befürworten den Einsatz von OLAT in der Vorlesung. Die Absicht der Fakultät, in Zukunft verstärkt auf OLAT zu setzen und die Nominierung für den Hamburger Lehrpreis bestätigen unsere positiven Erfahrungen. Die Vorlesung Staatsrecht I im Wintersemester 2008/2009 von Matthias Klatt war die erste an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg, die durch die Medienplattform Lecture2Go audiovisuell aufgezeichnet und anschließend den Studierenden als Videostreaming zur Verfügung gestellt wurden. Diese Filmdateien konnten zur Nachbereitung zusammen mit den Vorlesungsmaterialien im E-Learning Portal OLAT von den Studierenden abgerufen werden, welches zudem auch als Kommunikations- und Diskussionsmittel diente.

Meinungen von Studierenden zu lecture2go

„Es erleichtert das Zuhören und Verstehen erheblich! Wenn man nicht mehr alles mitschreiben muss, weil man es sich auch bequem nachher noch ansehen und anhören kann, steigert sich die Konzentration auf die eigentliche Vorlesung. Das Verstehen setzt nicht mehr NACH sondern IN der Vorlesung ein.“ – „Ich bin für eine Aufzeichnung der Vorlesung, denn auch die Uni Hamburg sollte alle Möglichkeiten nutzen, die es gibt, um Lernstoff zu vermitteln.“ –  „Für mich als Sinologiestudent im Hauptstudium, der Jura „nur“ als zweites Hauptfach gewählt hat, wäre die „lecture2go“ Variante durchaus sehr angenehm. Immerhin blockiert der für mein Studium notwendige Sprachkurs den Freitagstermin auf äußerst freche Weise.“ – „Ich würde mich nicht zu Hause hinsetzen und mir 1,5 Stunden ein Video meiner verpassten Staatsrechtsvorlesung angucken. Da würde ich eher mein Lehrbuch zur Hand nehmen und das Verpasste da nachlesen und eventuelle Fragen hier im Blackboard stellen.“ – „Ich glaube kaum, dass man den „Charme“ einer Vorlesung durch ein Video ersetzen kann. Allerdings ist es zum Nacharbeiten perfekt! Es ist ja gar nicht nötig, alle 90 Minuten anzusehen. Man kann ja zu den wichtigen Stellen hinspulen.“

Lecture2Go – Vorlesung: Staatsrecht I

§ 6: Der Rechtsstaat

Integrierte Vermittlung von Softskills und juristische Dogmatik

Die Seminare von Matthias Klatt folgen einem innovativen Lehrkonzept, das die inhaltliche Diskussion mit der Vermittlung und Einübung rhetorischer Fähigkeiten verbindet. Neben der intensiven Beschäftigung mit einem Rechtsgebiet durch das Erstellen einer Seminararbeit erhalten die Seminarteilnehmer für Ihre Seminarreferate eine gezielte rhetorische Vorbereitung sowie eine qualifizierte und individuelle Rückmeldung über rhetorisches Verbesserungspotential. Feedback wird nicht nur zum Inhalt des Vortrags, sondern auch zur Rhetorik gegeben. Zudem werden die einzelnen Vorträge auf Video aufgezeichnet und den Teilnehmern zusammen mit einer schriftlichen Auswertung jeweils als DVD mitgegeben. Diese integrative Lehrmethode wurde auch von den Teilnehmern des Seminars Europäisches Verfassungsrecht im Sommersemester 2009 sowie von den Teilnehmern des Hans Kelsen Seminars im Sommersemester 2010 positiv aufgenommen.

Weitere Lehrmethoden

Um auch in Großvorlesungen die Partizipationsrate zu steigern und die Studierenden zu motivieren, veranstaltet Matthias Klatt Podiumsdiskussionen im Rahmen der Vorlesung, setzt aber auch die Form der Kleingruppenarbeit ein. Desweiteren wurden und werden Experten für Gastvorträge eingeladen sowie Exkursionen zu Anwaltskanzleien und anderen Institutionen durchgeführt, um eine praxisnahe Lehre zu gewährleisten.